Vereinigung Kunstschaffender Oberösterreichs
Veronika Merl RAUM FREI 29. Oktober – 20. November 2019 Veronika Merl zeigt Zeichnungen aus der Serie „Wald, möbliert“, die auf großformatigem, handgeschöpftem Papier entstanden sind. Die Wälder, in feiner Kreuzschraffur und mit Tusche gearbeitet, lassen durch Lichteinfall und Dichte Räume entstehen. In diese Szenerie gesetzte Möbelstücke erzählen ihre eigenen Geschichten und laden dazu ein, in die besondere Stimmung der Wälder einzutauchen. Je nach Gegenstand verändert sich die Funktion des Raumes. So wird eine Lichtungen im Wald durch einen Thron zum Königreich, ein Drehstuhl wiederum funktioniert das Dickicht zum Büro um und ein Kanapee lädt zum Ausruhen ein. Dadurch wird eine persönliche Umgebung geschaffen und die gewohnte Vorstellung von „drinnen“ und „draußen“ aufgehoben. Eines haben sie aber alle gemeinsam sie erzählen Geschichten von Begegnungen, aber auch von der Sehnsucht unserer urbanen Gesellschaft nach Ruhe, die wir möglicherweise im Wald finden können. Regelmäßige Waldaufenthalte tragen zum natürlichen Stressabbau bei, sogar eine Therapie-ähnliche Wirkung wird ihm zugeschrieben. Der Wald gilt schon seit Jahrhunderten als Sehnsuchtsort und Mythos, das hat sich bis heute nicht geändert. In der Kunst war das Thema Natur immer schon präsent, vor allem in der Romantik erfuhr der Wald aber besondere gesellschaftliche und künstlerische Bedeutung und der Begriff „Waldeinsamkeit“ wurde zum Schlüsselwort dieser Epoche. Die in der Ausstellung gezeigten Arbeiten vermitteln diese besondere Atmosphäre, die der Wald schafft und laden ein zum Eintauchen in die durch die Möbelstücke geschaffenen Räume. Veronika Merl (*1957 in Västeras, Schweden) studierte Bühnenbild/Kostümentwurf am Mozarteum Salzburg. Sie arbeitet heute hauptsächlich in den Bereichen Zeichnung, Malerei und textile Objekte. Veronika Merl lebt und arbeitet in Linz. http://www.veronika-merl.at